Norwegen: Schwache Entwicklung im Jahr 2025, aber erste Anzeichen für eine Trendwende im Jahr 2026

 Marcel Dresse von Marcel Dresse
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18.02.2026

Der norwegische Bausektor verzeichnete 2025 eine schwache Entwicklung, die durch rückläufige Fertigstellungen und insgesamt zurückhaltende Investitionen gekennzeichnet war. Mehrere zukunftsorientierte Indikatoren deuten jedoch auf den Beginn einer Trendwende hin, die sich 2026 deutlicher abzeichnen dürfte.
Im Wohnungsbau wurden die Genehmigungen für 2025 nun vollständig von Statistics Norway veröffentlicht. Die Genehmigungen gingen im Vergleich zum Vorjahr um -2,3 % zurück. B+L hatte ursprünglich einen weniger ausgeprägten Rückgang prognostiziert, was darauf hindeutet, dass der Abschwung im Wohnungsbau etwas stärker ausfiel als erwartet. Auch die Fertigstellungen im Wohnungsbau entwickelten sich 2025 negativ, was die anhaltende Schwäche des Sektors unterstreicht.
Gleichzeitig gibt es deutliche Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Baubeginne im Wohnungsbau stiegen 2025 um +4,2 % gegenüber 2024. Dieses Wachstum deutet darauf hin, dass die Talsohle im Wohnungsbau erreicht sein könnte und eine allmähliche Erholung einsetzt. Da Baubeginne in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung den Fertigstellungen vorausgehen, deutet diese Entwicklung auf eine Verbesserung der Produktion im Jahr 2026 hin.
Im Nichtwohnungsbau entwickelten sich die Baugenehmigungen im Jahr 2025 positiv und stiegen um +6,3 %. Damit wurde die Prognose von B+L vom Herbst 2025 von +4,3 % Wachstum übertroffen. Trotz dieses positiven Signals blieben die Fertigstellungen im Nichtwohnungsbau im Jahr 2025 negativ. Ähnlich wie im Wohnbausegment stiegen jedoch auch im Nichtwohnungsbau die Baubeginne, was auf eine Stärkung der Projektpipelines hindeutet.
Aufgrund der schwächer als erwarteten Entwicklung im Jahr 2025 hat B+L seine Daten zur Bauleistung revidiert. Infolge der schwachen Entwicklung im Jahr 2025 gingen die Gesamtinvestitionen im Hoch- und Tiefbau im Jahr 2025 um -1,0 % zurück. Für 2026 erwartet B+L jedoch eine Rückkehr zu Wachstum bei den Investitionen, unterstützt durch steigende Baubeginne und steigende Genehmigungen.
Wichtige Indikatoren von Branchenverbänden und amtlichen Statistiken bestätigen das gedämpfte Umfeld im Jahr 2025. Der von Statistics Norway veröffentlichte Produktivitätsindex war sowohl für den Hochbau als auch für den Tiefbau negativ. Die von NHO Byggenæringen veröffentlichte Konjunkturumfrage zeigt eine leichte Verbesserung gegenüber Dezember 2025, aber die Stimmungsindikatoren bleiben insgesamt im negativen Bereich. Unterdessen stiegen die Kosten für den Wohnungsbau im Jahr 2025 um rund 4,0 % und entsprachen damit in etwa der Verbraucherpreisinflation in Norwegen.
Zusammenfassend war 2025 ein weiteres schwaches Jahr für die norwegische Bauindustrie, das durch rückläufige Fertigstellungen und sinkende Investitionen gekennzeichnet war. Dennoch deuten die Zunahme der Baubeginne sowohl im Wohnungsbau als auch im Nichtwohnungsbau in Verbindung mit steigenden Genehmigungen im Nichtwohnungsbau auf erste Anzeichen einer Trendwende hin. Für 2026 erwartet B+L steigende Fertigstellungszahlen und ein erneutes Wachstum der Bauinvestitionen. Darüber hinaus ergeben sich Chancen im Renovierungssegment, die für eine weitere Stabilisierung und Wachstumspotenzial für den Sektor sorgen könnten.